Suppenkaspar: Ein Löffel Heimat

Zwischen Einkaufstüten und Bürotrubel „brodelt“ es seit kurzem in der Leiterstraße: Unternehmer Ivo Gottschling hat seine zweite Suppenbar in der City eröffnet.

Servieren beim „Suppenkaspar“ in der Leiterstraße für die Gäste täglich wechselnde Gerichte: Jenny Kuczyk (l.) und Jana Seyfarth.

Wer mittags durch die Leiterstraße flaniert, kann es am Ausgang zum Breiten Weg erschnuppern: Dort duftet es seit Kurzem nicht nur nach Essen, sondern nach Zuhause. Der „Suppenkaspar“ bietet seit Ende März handgemachtes Essen mit Herz. Inhaber Ivo Gottschling hat mit seinem Team sein zweites Lokal neben dem am Uniplatz eröffnet.
„Wir probieren’s einfach“, sagt Gottschling mit dem Pragmatismus eines Machers. Dass dieses „Probieren“ seinen Kunden mundet und im Erfolg mündet, hat er längst bewiesen: Seit über zwei Jahrzehnten versorgt sein Unternehmen Magdeburg mit warmen Löffelgerichten – zunächst am Universitätsplatz, später auch im Catering für die „Zwickmühle“, inzwischen ebenso bei Sportevents in der neuen Lakenmacher-Halle.

Die Geschichte vom „Suppenkaspar“ beginnt 2002 mit dem Elbehochwasser, einer Mutter und einem Topf Suppe. Als die Elbe stieg, kochte Gottschlings Mama für die Helfer. Und die wollten Nachschlag. So entstand eine Idee, die sich seither hartnäckig gegen Fast-Food-Ketten und Mikrowellen-Mittagessen behauptet: Suppen mit Seele. Heute stehen zum Beispiel Gerichte wie Brokkolicremesuppe, Hochzeitssuppe oder Tomaten-Mozzarella-Creme auf dem Plan. Dazu gibt’s Milchreis mit Apfelmus, der schmeckt wie Kindheit.
„Unsere Gerichte sollen satt machen – aber auch glücklich“, sagt Gottschling. Das gelingt ihm nicht nur mit Klassikern, sondern auch mit saisonalen und internationalen Rezepten, die jede Woche wechseln. Die Speisekarten lesen sich wie ein Spaziergang durch Omas Küche mit einem Abstecher in ferne Länder. Und das für faire fünf bis sieben Euro.
Der neue Standort in der Leiterstraße war ein Glücksgriff – vermittelt durch die WOBAU, entdeckt durch „Zwickmühlen“-Kabarettist Hans-Günther Pölitz. Jetzt geht es in der zuletzt verlassenen Ladenfläche wieder rund. Geschäftsleute holen sich Eintopf to go, Rentner gönnen sich Kohlroulade, Touristen lassen sich Milchreis auf der Zunge zergehen, bevor es weiter zum Hundertwasserhaus geht.
Zwei Mitarbeiterinnen versorgen die Gäs­te, gekocht wird heute von drei Profis. „Meine Mutter steht nicht mehr am Herd“, sagt Gottschling, „aber ihr Spirit ist noch da.“

Gewusst wo:

Suppenkaspar Catering
Leiterstraße 5
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 8-14 Uhr